Leichtathletik ...

... auf der Langstrecke wird man länger angefeuert!

Dieter Rotter führt zwei weitere Staffeln zur Meisterschaft

Lea Wiethoff, Maja Blagojevic und Ben Tröster mit Qualifikation für die „Deutschen“

Am Samstag und am Sonntag standen die NRW-Meisterschaften der Männer und Frauen sowie die Landesmeisterschaften U 16 auf dem Programm der heimischen Leichtathletik. Beide Termine im Hagener Ischelandstadion bedeuten für die Trainer, Fahrtzeit eingerechnet, einen 10 bis 12-StundenTag. Rund 11.000 Schritte je Arbeitstag zählte die Uhr von Meistertrainer Dieter Rotter, zurückgelegt in der Betreuung der Athleten im Stadion und an den einzelnen Disziplinstationen. ...


Lea Wiethoff, Maja Blagojevic und Ben Tröster mit Qualifikation für die „Deutschen“

Am Samstag und am Sonntag standen die NRW-Meisterschaften der Männer und Frauen sowie die Landesmeisterschaften U 16 auf dem Programm der heimischen Leichtathletik. Beide Termine im Hagener Ischelandstadion bedeuten für die Trainer, Fahrtzeit eingerechnet, einen 10 bis 12-StundenTag. Rund 11.000 Schritte je Arbeitstag zählte die Uhr von Meistertrainer Dieter Rotter, zurückgelegt in der Betreuung der Athleten im Stadion und an den einzelnen Disziplinstationen. Dennoch wird der Coach zufrieden auf das harte Wochenende zurückblicken. Am Samstag sicherte sich die Frauenstaffel über die 4 x 100 Meter in Jahresbestzeit von 47,14 Sekunden den NRW Meistertitel der beiden Verbände Westfalen und Nordrhein. Und am Sonntag schlug das U 16 Quartett in einem Herzschlagfinale das Team 1 des deutschen Branchenprimus TV Wattenscheid 01 mit 2/100 Sekunden Vorsprung.

Die Frauenstaffel startete unter ihrem Namen Startgemeinschaft Olpe/Lennestadt/Attendorn mit Julia Springob und Annica Deblitz von der Olper Leichtathletik, Helena Tröster von der TSG Lennestadt und Lea Wiethoff vom LC Attendorn. Erst die Kombination von Spitzenathletinnen mehrerer Vereine aus dem Kreis Olpe ermöglicht es Trainer Dieter Rotter seit nunmehr fast 10 Jahren, Staffelteams zu formen, die mit den nationalen Großvereinen erfolgreich konkurrieren können. Am 26. Juni wird das Frauenteam die blaue Sprintbahn des Berliner Olympiastadions betreten, um sich bei den Deutschen Meisterschaften der Männer und Frauen mit den besten Staffeln Deutschlands zu messen.

Die härtesten Konkurrenten am Samstag stellten die Staffelteams des ART Düsseldorf mit 47,40 Sekunden und das Team 1 der Deutschen Sporthochschule Köln, das in 48,22 Sekunden den Bronzerang belegte. Schöne Erfolge gab es auch in den Einzeldisziplinen. Im Finale über 100 Meter steigerte Annica Deblitz ihre persönliche Bestzeit auf 12,19 Sekunden und wurde Dritte, nur 2/100 Sekunden hinter Laura Sophie Großhaus vom Team Sporthochschule Köln. Über die 100 Meter Hürden unterbot Lea Wiethoff die 15-
Sekunden-Marke und qualifizierte sich mit 14,90 Sekunden für die Deutschen Jugendmeisterschaften U20 in Ulm. Im Weitsprung bot Lea mit 5,64 Meter eine weitere Topleistung, der mit dem Silberrang belohnt wurde.

Sie sind das Königspaar im Sprint der Westfälischen Meisterschaften U 16 in Hagen, Ben Tröster von der TSG Lennestadt und Maja Blagojevic von der Olper Leichtathletik. Ben
siegte über die 100 Meter in der phantastischen persönlichen Bestzeit von 11,49 Sekunden und gewann das Finale klar vor Julian Berg von der LG Ahlen in 11,85 Sekunden. Bei Maja ging es etwas knapper zu. Auch sie stellte eine persönliche Bestzeit auf und gewann das Sprintfinale in 12,77 Sekunden, ebenfalls persönliche Bestleistung. Zuvor hatte sich Maja Blagojevic den Traum von einer Einzelqualifikation für die Deutschen Jugendmeisterschaften erfüllt. Im Finale über 80 Meter Hürden wurde sie in 12,19 Sekunden Dritte und unterbot die Norm für die Meisterschaften in Bremen um 1/100 Sekunde. Ben Tröster erfüllte mit einer Weite von 5,45 Metern im Weitsprung die Zusatznorm für die Deutschen Jugendmeisterschaften in Bremen und startet dort über die 100 Meter. Sein Vereinskollege Simon Schulte qualifizierte sich im Vorlauf über 100 Meter für das B-Finale und Sprintkönige: Ben und Maja stellte mit 13,06 Sekunden eine persönliche Bestzeit auf. Den Angriff auf die 13-Sekunden-Marke will er kurzfristig wiederholen. Neben Maja Blagojevic schaffte auch Maja Tröster den Sprung ins A-Finale der 100-Meter-Sprinterinnen. Dort verbesserte sie sich gegenüber ihrer Vorlaufzeit von 13,47 Sekunden auf ausgezeichnete 13,29 Sekunden, was den Urkundenrang 6 bedeutete.

Deutlich im Aufwind befindet sich Maja Leubner von der Olper Leichtathletik. Mit 14,00 Sekunden über die 80 Meter Hürden und 14,05 Sekunden über die 100 Meter Flachsprint stellte sie jeweils eine persönliche Bestleistung auf. Das unterbieten der 13-er-Marke in beiden Disziplinen ist nur noch eine Frage der Zeit.

Lena Kindopp verbesserte sich über die 300 Meter Langsprint auf 45,15 Sekunden und schob sich auf den Bronzerang. Eine Klasseleistung! In den technischen Disziplinen Weitsprung und Kugelstoß trat Anna Piwowarski an. Im Weitsprung wurde sie mit 4,82 Meter Siebte und Im Kugelstoßen mit 9,60 Meter Vierte. Schade, dass Hannah Bauermann, favorisiert in den Disziplinen 100 Meter, Weitsprung und Hürdensprint, mit muskulären Problemen zu kämpfen hatte. Sie verzichtete auf das Hürdenfinale und auf den Vorlauf über 100 Meter, um sich für die Staffel zu schonen.

Am Schluss des Meisterschaftstages trafen die aktuell 15 besten westfälischen Staffeln aufeinander, wobei die Olper Mädchen, verstärkt mit Maja Tröster von der TSG Lennestadt, auf ihre Schnellste, nämlich Anne Böcker, verletzungsbedingt verzichten mussten.

Kampfgeist und Teamgeist sowie starke Wechsel machten den Nachteil jedoch wett. Aber es war ganz eng. Seite an Seite stürmten Anna Piwowarski und die Wattenscheider Schlussläuferin Favour Adesokan die gesamte Sprintgerade Richtung Ziellinie. Erst die Zielbildauswertung brachte Gewissheit. Anna hatte erfolgreich dagegengehalten und ihr Team zum Sieg geführt. Riesige Freude herrschte beim Staffelquartett und beim Anhang aus dem Kreis Olpe über diesen besonders wertvollen Sieg, und natürlich bei Ersatzläuferin Maja Leubner. Der leitende Schiedsrichter Sprint brachte es bei der Siegerehrung mit seinem Kommentar auf den Punkt: „die fünfte Läuferin ist die Wichtigste“. Eine Weisheit, die auch Dieter Rotter niemals müde wird zu betonen, wenn er sagt: „Ein Staffelteam besteht aus 6 Läuferinnen“.


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