Leichtathletik ...
... auf der Langstrecke wird man länger angefeuert!
Weltuntergangsstimmung in Bremen
Große Trauer herrschte am Sonntag (13.8.) im Bremer Stadion Obervieland bei den Olper U16-Mädchen, den Trainern und den zahlreichen mitgereisten Fans auf der Tribüne. Das Finale über 4 x 100 Meter fand ohne die Deutschen Rekordhalterinnen statt. Was war passiert?
Im Vorlauf am Samstag hatte der erste Wechsel prima geklappt, als nach dem kraftvollen Antritt von Annica Deblitz auf der Gegengerade der Staffelstab des Olper Quartetts durch die Luft ins benachbarte Gebüsch flog. Nach dem Stabwechsel von Emma auf Annica hatte sich das Aluminiumgerät, glitschig vom Regen, selbständig gemacht und war Annica aus der Hand gerutscht. Aus war der Traum von der Titelverteidigung der in Bestbesetzung angetretenen Staffel mit Emma Rehse, Annica Deblitz, Alina Hoberg und Christin Schneider. Bayer 04 Leverkusen siegte im Finale in einer hohen 48-er Zeit; zum Vergleich die Bestzeit des Olper Quartetts: 47,52 Sekunden. Das hätte wohl locker gereicht.
Vor einem Jahr war der Startläuferin der Schweizer Nationalstaffel das gleiche Missgeschick passiert. Kein Trost! Was jedoch als überragender und entscheidender Trost bleibt, sind zwei Dinge: Einmal die Gewissheit, in 2017 die schnellste jemals gelaufene Zeit aller deutschen U 16 Staffeln gelaufen zu sein und die Bestenliste 2017 souverän anzuführen. Zum anderen die Art und Weise, wie das Team am Wettkampfort und in den Tagen danach den „Unfall“ verarbeitete. Hier wurde der Wert einer echten Gemeinschaft sichtbar. Lag man sich vor einem Jahr noch siegreich in den Armen, so umarmte man sich dieses Mal im überwältigenden Gefühl der Trauer. Gemeinsam richtete sich das Team wieder auf und bot damit eine ganz starke und beispielhafte Leistung!
Wiebke Rosemeyer siegt im B – Finale
Trotz persönlicher Bestzeit hatte Wiebke Rosemeyer das A-Finale über die 300 Meter Hürden als Neunte nur äußerst knapp verpasst. Im B-Finale um die Plätze 9 bis 16 trumpfte sie jedoch erneut groß auf. 46,06 Sekunden, das bedeutete die sechste persönliche Bestzeit im sechsten Rennen nacheinander, eine fantastische Serie. Und nun folgte noch ein ganz überlegener Sieg im B-Finale. Platz 9 bei den Deutschen Jugendmeisterschaften – alle Achtung!
Und Alina Hoberg? Ihre Bestzeit über die 300 Meter Hürden steht bei 45,90 Sekunden. Alina verzichtete in Bremen auf den sicheren Endlauf, um sich für die Staffel zu schonen. Auch zu dieser Entscheidung kann man nur sagen: Alle Achtung und danke!
Der Einzug ins B-Finale gelang Alina Hoberg schließlich im 100 Meter Sprint. Hier wurde sie in einem sehr knappen Zieleinlauf Vierte.
Die zweite Staffel der Startgemeinschaft Olpe/Fretter schied zwar erwartungsgemäß im Vorlauf aus, zeigte aber eine große kämpferische Leistung. Die Aufstellung: Luisa Schürhoff, Wiebke Rosemeyer, Julia Hippler und vom SC Fretter Jolina Henke als Schlussläuferin.
